Mittwoch, 12. Dezember 2012

Eine schreckliche Erfahrung



Leider musste ich in den letzten Tage einige unschöne Erfahrungen machen, abgesehen von dem Einbuch und einigen bitteren Enttäuschungen aus Deutschland sticht eine Sache allerdings extrem hervor: Ein beinahe tätlicher Angriff.
Lisa und ich sind auf dem Rückweg vom Taekwondo Training in eine Boutique um dort noch Haferflocken zu kaufen(dauerhaft hält man das Brot zum Frühstück nicht aus). Ein Mann war noch vor uns dran, dann wir. Allerdings kam dann noch ein älterer Mann herein, es war von Anfang an offensichtlich, dass er sich vordrängeln wollte. Lisa hat zunächst ganz ruhig und höflich darauf hingewiesen, dass wir als nächstes an der Reihe sind, allerdings hat der Herr einfach so getan als verstehe er uns nicht. Als er dann nachdem der Mann vor uns fertig war laut losrief was er gerne alles kaufen möchte und mit seinem Geld rumfuchtelte, meinten wir erneut, Entschuldigung, aber wir waren zuerst da. Und dann passierte einfach das Unglaubliche: Der Mann schrie wie ein Irrer los, wie wir mit ihm reden würden, es würde uns wohl an Respekt fehlen, er sei älter als wir. Wir waren eigentlich noch ganz ruhig, wollten die Situation einfach klären, denn offensichtlich fehlte es ihm ja an Respekt, was ist das für eine Art sich als Erwachsener Mann vorzudrängeln wie ein Kleinkind? Naja, der Gute war einfach nicht mehr zu beruhigen und da wir einem unnötig großen Konflikt aus dem Wege gehen wollten und auch wirklich verärgert über diese unnötige Reaktion waren, sind wir auf die andere Straßenseite in eine andere, leider ziemlich dunkle und versteckte Boutique. Eigentlich dachten wir, der Käse ist gegessen, ich habe noch darüber gelacht wie peinlich dieses Verhalten seinerseits war – allerdings kam uns der Mann nach zwei Minuten hinterher und war wirklich fuchsteufelswild … Und hat uns dann mehrmals angekündigt, dass er uns schlagen wird. Er hat auch ausgeholt, nur dank der Dame die in der Boutique arbeitet, hat er nicht zugeschlagen. Er meinte noch, ob wir denn wüssten wer er sei, er würde uns einsperren lassen, ob wir überhaupt eine Aufenthaltserlaubnis hätten – all das unheimlich laut geschrieen und mit einer aggressiven Körpersprache. Wir haben einfach unglaubliche Angst bekommen, normalerweise – ihr kennt mich – wäre ich richtig ausgeflippt und hätte ihn in die Schranken gewiesen, aber wer weiß, er hätte der Polizeipräsident sein können… Und dass die Polizei in Afrika gerne mal sehr korrupt ist, weiß denke ich jedermann. Ich meinte auch zu ihm, dass ich wohl eher zur Polizei gehen werde wenn er uns gegenüber handgreiflich wird und nicht anders herum, aber mit diesem Menschen war einfach nicht zu reden. Außerdem waren wir in der Boutique so abgedunkelt und versteckt, dass man es von der Straße einfach nicht mitbekommen hat, Zeugen gab es also auch nicht wirklich. Dazu noch ein paar hübsche Beleidigungen… Irgendwann ist er dank des guten Zuredens der Boutiquebesitzerin abgezischt. Ich kann euch sagen, ich habe selbst jetzt noch Angst bei dem Gedanken. Es ist so schade, dass ich so eine Erfahrung machen musste – denn das wird für immer in meinem Kopf  bleiben, es war das erste mal in meinem Leben, dass ich mich wirklich körperlich bedroht gefühlt habe. Ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt etwas dazu auf den Blog schreiben soll, aber ihr, die ihr regelmäßig meine Beiträge lest, wollt und sollt wissen, was mir hier wirklich passiert und was ich erlebe, da gehören dann manchmal eben auch nicht so schöne Geschichten dazu. Und damit ist das Misstrauen in die Menschen hier leider noch mehr gewachsen … Ich werde jetzt erstmal nicht mehr alleine auf die Straße gehen. Man fragt sich einfach nur, was in den Köpfen solcher Menschen vorgeht, wie man sich so verhalten kann … Aber solche Menschen gibt es wie ich lernen musste ÜBERALL auf der Welt!

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